Archiv der Kategorie 'Gedicht'

03
Mai
11

Pusteblumenlied

Pusteschirmchen

Pusteschirmchen

 
Pusteblumenlied
© Claudia Duhonj-Gabersek

Aus der fetten Mutterkrume
wuchs die gelbe Butterblume,
mit herbem Duft, den Gott erschuf,
ist sie doch besser als ihr Ruf.

Puste, puste fest, mein Kind
vom Westen her hilft dir der Wind
und die winzig kleinen Dinger
sind perfekte Fallschirmspringer.

Puste, puste fest, mein Kind
bis sie ganz hoch am Himmel sind.
Niemals hab’ ich ganz verstanden,
wie weich und sicher sie dann landen.

Pustest du ganz fest, mein Kind,
so schenkt die Erde dir geschwind
bitter-süßen Löwenzahn
und alles fängt von vorne an.

***

12
Mai
10

Aufstand

Pusteköpfe

Pusteköpfe




Aufstand
© Patricia Koelle

Des Nachbars tägliches Bemühn
gilt allein dem einen Grün.
Alle kreativen Phasen
widmet er dem glatten Rasen:
wenn er dort ein Blümchen sieht
rennt er schimpfend hin und zieht.

Es wagt sich kein Gedanke nicht
bei ihm einmal ans Tageslicht.
Sein Lebensziel nie übersteigt
was brave Halmeslänge zeigt,
für seines Geistes Horizont
ist der Gartenzaun die Front.

Spontane Flora ist der Feind!
Wehe, wenn wo Fremdes keimt.
Doch ein Aufstand schien begründet
nun bin ich mit dem Wind verbündet.
Wir pusten beide sanft und leise
auf fieslich schadenfrohe Weise.

Der Nachbar ahnt, dass ich mich traue:
es fliegen Schirmchen hell ins Blaue,
denn endlich soll der Löwenzahn
ihm helfen aus dem schalen Wahn!
Es sei ihm bald sein Garten hold
mit einem reichen Fund aus Gold.

Er schnuppert fortan Honigduft
in bienensummend Sommerluft
ja, es fliegt in seinem Namen
auch bald Pusteblumensamen
und mit ihm Nachbars Phantasie
so hoch wie er’s gekannt noch nie.

Es lacht wohl über Rasenmäher
bald nur noch der Eichelhäher
denn den der einstmals darauf ritt
macht nun die Lebensfreude fit
bäuchlings auf der Blumenwiese
bedichtet glücklich er nun diese.


***
Die Aufnahme entstand am 05. Mai 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler

***

07
Mai
10

Schonfrist Löwenzahn

Fallschirmsolo

Fallschirmsolo




Schonfrist für den Löwenzahn
© Karl-Heinz Franzen / Ronald Henss

Tulpen blühn die Gärten bunt
in Rot und Gelb und Blau.
Auch Hyazinthen stehn im Rund
und … ich weiß nicht genau.

Wildkräuter schießen aus dem Grase.
Euch verpass ich einen Schnitt!
Euch zieh ich eine lange Nase
morgen mit des Mähers Ritt.

Dich lass ich stehn, du Löwenzahn,
blüh auf und blühe für uns beide,
erst nach dem letzten Samenflug
trifft dich des Messers Schneide.



***
Die Aufnahme entstand am 27. April 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler
***

***

06
Mai
10

Löwenzahngedicht

Fallschirm auf Löwenzahnblüte

Fallschirm auf Löwenzahnblüte




Löwenzahn, ach Löwenzahn
© Hans Seldron

Löwenzahn, ach Löwenzahn,
zieh dein gelbes Kleidchen an,
überzieh von Nord nach Süden
unser Land mit gelben Blüten.

Löwenzahn, ach Löwenzahn,
zieh dein weißes Kleidchen an,
lass Pustekugeln zart und fein
aller Menschen Herz erfreun.

Löwenzahn, ach Löwenzahn,
lass die Samenschirmchen fliegen,
damit wir auch im nächsten Jahr
viele Pusteblumen kriegen.


***
Die Aufnahme entstand am 04. Mai 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler
***

***

05
Mai
10

Pusteschopf

Pusteabschied

Pusteabschied




Pusteschopf
© Martina Decker

Stell dir mal vor
dieser Schopf wäre deiner
trügest statt Saat deine Träume
wie zarten Federschmuck.

Stell dir mal vor
wie ein Windhauch sie erfasst
und in die Welt hinaus fortträgt
nach irgendwohin

Stell dir mal vor
sie keimen und erwachsen
strahlend in fruchtbarer Erde
wie heimlich gehofft

Wäre das nicht wunderbar?

***

04
Mai
10

Löwenzahn Gedicht

Löwenzahngewimmel

Löwenzahngewimmel




Löwenzahn
© Katharina Britzen

Schau, wie sie am Hügel lodern,
Gelb ertrinkt in Frühlings-Lust,
in den Kelchen viel Gesumme,
Heiterkeit entströmt der Brust.

Drüben auf der Bank die Alte
erlabt sich an der Blütenpracht,
Kinder pflücken warme Farben,
ja, nun ist er da mit Macht.

Erdenschwere, die vergessen,
die Nachtigall treibt hoch hinauf
auf Schritt und Tritt ein neues Werden,
so geht der Jahreszeiten Lauf.

Ohn’ Rast und Ruh er sich vermehrt,
die Spuren nicht zu übersehn,
denn sein daunenflaumer Samen
wird Gefährte Wind weithin verwehn.

Sein wie Löwenzahn

zäh
nützlich
leuchtend
unausrottbar

und Spuren hinterlassend

***

03
Mai
10

Pusteblumengeschichte

Pustesaum

Pustesaum




Pusteblumengeschichte
© Patricia Koelle

Es wuchsen leichte Träume
aus sonnengelber Blüte.
Es waren mutig viele
von bester, zarter Güte.

Es steckten weiße Fahnen
in einem weißen Kissen.
Sie harrten dort der Reife
in eignem heitren Wissen.

Es flogen helle Tage
dann war die Zeit gekommen.
Ein Lüftchen rief und lockte,
das hat sie aufgenommen.

Es führt auf neue Wege
und trägt die Träume leise
und treibt sie in die Weite
auf neugierige Reise.

Es findet jeder seinen Ort.
Der Sommer wird bezeugen
wie kleine Träume sich erfüllen
und nicht dem Schicksal beugen.

***

***

01
Mai
10

Mutter Löwenzahn

Fallschirmsterne

Fallschirmsterne

Mutter Löwenzahn
©Martina Decker

Mutter Löwenzahn schaut ihren Kindern nach
Ein Windhauch schickte sie auf Wanderschaft
Nur zweie sind noch dageblieben
die hat der Wind nicht fortgetrieben.

„Doch wird auch ihre Zeit bald kommen“,
denkt Mutter Löwenzahn beklommen.
Sie flüstert ihnen zu – ganz leise
„Macht euch bereit für eure Reise!
Ich wünsch euch eine schöne Wiese,
so groß und grün wie diese.
Mit guter Erde, dass ihr keimen könnt
und Sonnenschein, der euch verwöhnt.
Auch ab und zu ein bisschen Regen -
ihr braucht ihn, um zu überleben.
Im nächsten Jahr steht ihr dann leuchtend Gelb
Ich weiß nicht wo auf dieser Welt
und…“

Eine zarte Brise
zieht über die Wiese
alle Kinder nun auf Wanderschaft
Mutter Löwenzahn schaut ihren Kindern nach.

***

29
Apr
10

Pusteblumen im Mai

Pustekugeln

Pustekugeln




Pusteblumen im Mai
© Heidrun Gemähling

Im Maien
stehen kugelrund
Samenkinder Spalier,
Pusteblumen
auf Wiesengrund,
Augenweide und Zier.

Laue Winde wehen leise,
Schirme öffnen sich zu Hauf,
schweben über weite Auen,
der Maienflug nimmt seinen Lauf,
läßt sie treiben mit den Lüften,
keiner kennt der Samen Bahn,
doch sie werden neu erblühen,
irgendwo als Löwenzahn.

***

25
Apr
10

Pustesterne

Pustewirbel

Pustewirbel




Pustesterne
© Patricia Koelle

Wir vergessen in Eile allzu leicht
bei unserem Alltagsbemühen
dass auch am Boden Sterne blühen
Trübsinn dem Lächeln schnell weicht.

Heut folgt ich der Milchstraße barfuß
ihr Weg ging durch taufeuchtes Gras
wo ich vom Himmel vielfach las
in den Blumen einen leuchtenden Gruß.

Oft wolltest nach den Sternen du greifen
doch ich muss nur wenig mich bücken
um dir ihren Schimmer zu pflücken
da so nahe der Erde sie reifen.

Es wandert Mondlicht über das Land
Es wispert der Wind deinen Namen
Sind es unserer Liebe Samen
die hier wurzeln im märkischen Sand?

Nicht die Zeit soll sie verwehen.
Hell beschirmt trägt mein Atem sie wieder
in die Höhe, von da kamen sie nieder
die Zukunft kann ihnen nicht widerstehen.

***

25
Apr
10

Evolution

Löwenzahn wird Pusteblume

Löwenzahn wird Pusteblume




Evolution
© Patricia Koelle

Pusteblumen trieben durch Weiten
durch Länder und durch Zeiten
schon ehe die Menschen standen
und zu den Worten fanden.
Der Löwenzahn er blüht und blüht.
Der Mensch derweil ist stets bemüht
sein Dasein eifrig zu verwalten,
die Existenz ganz fest zu halten.
Doch wenn dieses nicht mehr geht
und unsere Spuren längst verweht
lassen lang noch unbeirrt,
von keiner Änderung verwirrt,
helle Samen sich vom Winde leiten
durch die Länder und die Zeiten.
Es wird sein leichter Zauber leben
und der Erde Farbe geben:
denn es übertrifft der Löwenzahn
mit Schlichtheit unseren Größenwahn.

***

23
Apr
10

Gedicht Taraxacum

Löwenzahn

Löwenzahn




Taraxacum möcht ich sein
© Bettina Buske

Du fragst, welche Blume ich wollte sein,
wenn eine Blume ich sollte sein?
Da muss ich nicht lange überlegen.
Ich wäre gern von der Wiese diese,
die verschiedene Namen trägt.
Einen nährenden Namen,
der ihrer Blüte geschuldet ist.
Einen wehrhaften Namen,
den sie den Blättern verdankt.
Einen luftig-lustigen Namen,
wenn die Zeit der Reife kommt.
Fest wäre ich in der Erde verankert,
denn meine Wurzeln gingen tief.
Meine Bitterkeit so heilsam und
schmackhaft den Menschen.
Meine Blüte, leuchtend wie die Sonne,
taugte zum Färben der Butter
und zum Honigkochen.
In der Natur freute sich der Mensch meines Anblicks;
und mein Reifewandel machte ihn staunen.
Der Wind verteilte meinen filigranen Samen,
so wäre ich unausrottbar, ewiglich.

***

23
Apr
10

Gedicht Löwenzahn

Pusteblume Löwenzahn

Pusteblume Löwenzahn




Löwenzahn
© Horst Engel

Auf einer Frühlingswiese steht
der alte Löwenzahn.
Das Haupt ergraut, vom Wind umweht,
wie Weisheit wider Wahn.

Doch zerrt und zurrt der Wind mit Macht
die graue Pracht entflieht
und wird vom Wind hinfort gebracht
bis niemand sie mehr sieht.

An fernen Ort da sinkt es hin
und keimt zu neuem Sein.
Bringt in die Welt den Lebenssinn
in gelben Blütenschein.

So trägt des Alters weißes Haupt
das Leben weiter fort
durch frischen Wind, ein Narr, wer glaubt
dass keine Hoffnung dort.

***




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